Tag 8 ... Entlang der Wolga

Russland

Frühstück und Lagebesprechung in der wärmenden Sonne neben dem „Elite“-Hotel. Elite heißt ab jetzt dann auch die WhatsApp-Gruppe der Nordrouten-Gang, denn nichts liegt näher;-)

Die Buam ziehen weiter, doch ohne die Mutter Heimat-Statue gesehen zu haben, wollen wir nicht aus der Stadt heraus. Wir sind beeindruckt von diesem monumentalen Denkmal, den entschlossenen, markanten und eher männlichen Gesichtszügen und den muskulösen Beinen. Nur wenige Meter unterhalb brauchen junge Soldaten der russischen Armee ebenfalls kräftige Oberschenkel: Wir kommen gerade rechtzeitig zum Wachwechsel vor der ewigen Flamme an der Gedenkstätte für die Schlacht von Stalingrad am Mamajew-Hügel. Zackig bewegen sie sich im rechtwinkligen Stechschritt, vorbei an unzähligen niedergelegten roten Nelken. Der Blick von der Gedenkstätte ins Tal Richtung Wolga fällt auf unschöne Industrie-Schornsteine und die neue Wolgograd Arena. Die Fußball WM 2018 wirft ihre Schatten voraus. Wir wollen herunter an den grünen Teil des Ufers der Wolga und machen uns auf den Weg.

 

Den ganzen Tag brettern wir mit bis zu 120 km/h über die bemerkenswert guten Straßen. Heute gibt es klare Arbeitsteilung. Silke ist für Reiseorga und -Dokumentation zuständig, Susanne fährt. Und liebt es. Stundenlang fahren wir durch unendlich scheinende Ebenen und am liebsten würde sie am Steuer eines Trucks sitzen und einfach immer weiter fahren. Wir treffen großartige Pappkameraden (Polizeiattrappen) und an einer Tankstelle ein ungläubiges russisches Paar, das uns mit dem Finger auf unserer Motorhaubenkarte vor den Straßen in Kasachstan warnt. Der junge Mann macht hohe Wellenbewegungen in der Luft und greift sich an die Stirn. Seine hübsche junge Frau schüttelt immer wieder lächelnd den Kopf, staunt über unseren Bett-Einbau, wünscht uns viel Glück und verabschiedet uns mit Luftkuss. Wir bedauern einmal mehr, kein Russisch zu sprechen oder nicht wenigstens ein paar kyrillische Hinweise auf unser Auto geklebt zu haben.

 

Obwohl die Wolga nicht weit neben der Straße entlang fließt, sehen wir sie außerhalb von Wolgograd erst rund 200 km vor Astrachan wieder. Auf dem Abstecher von der Schnellstraße zum Ufer haben wir zum ersten Mal seit der Ukraine Off Road-Feeling. Wir sind sehr versucht, unser Lager direkt am Flussufer aufzuschlagen (zwischen einer Schafherde und dem Zelt eines einsamen Anglers) setzen den Weg aber dann doch bis in die Grenzstadt Astrachan fort, wo sich die Nordrouten-Gang um das Team "Hamburgistan" vergrößert.

 

Wir sind seit einer Woche unterwegs und haben Luftlinie mehr als die Hälfte der Strecke nach Duschanbe geschafft. Doch eins ist klar: ab Kasachstan werden die Straßen zur Herausforderung für Autos und Fahrer. Und Sepp liegt aufgrund seiner hydraulischen Rollstuhlrampe nunmal besonders tief. The adventure starts now - drückt uns und ihm die Daumen!

song des tages

Jerry Reed:

"East Bound and down"

danke an das team hatobar



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