Tag 2 ... Grenzgänge zur Checkpoint-Party

ungarn -> ukraine -> rumänien

Erdötarcsa > Viseu de Sus.

 

Der Handy-Wecker klingelt ernsthaft um 6 Uhr. Der Blick aufs Display zeigt, dass in einem längst abgeschalteten Kernkraftwerk in Deutschland zwei treue Verfolger gespannt und enttäuscht aufs Tracking starren: Nr. 3 bewegt sich noch nicht!? Also sparen wir uns das Frühstück (Danke für den schnellen Kaffee, Hoppel!) und machen uns auf den Weg nach Rumänien. Nicht ohne einen Schlenker durch die Ukraine – wir wollen schließlich in kürzester Zeit so viele Länder wie möglich sammeln. (Anm. der Red.: so weit die offizielle Version). Die Check-Point Party in Viseu de Sus ist das erklärte Ziel der 2. Etappe. Mit Blick auf die Karte und die Uhr sind wir zuversichtlich, das Pensum locker zu schaffen. Ein Blick auf die ukrainischen Straßen belehrt uns wenig später eines Besseren und gibt uns einen Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Wochen erwartet. Wir werden immer langsamer. Und machen uns dann doch ein bisschen Sorgen um den Auspuff.

 

An der ukrainisch-rumänischen Grenze bleibt uns das Herz stehen, als der Zollbeamte das Auto inspiziert. Lässig schlägt Susanne die Schlafsäcke zurück und - heraus purzeln die gespendeten Pillenschachteln. Zwei bange Stunden lang werden die roten als besonders verboten eingestuft, fotografiert und mitgenommen. Eine Schmuggel-Strafe scheint wahrscheinlicher als die Party.

 

Irgendwann kommt der Zollbeamte wieder, schiebt jeder von uns augenzwinkernd eine der vermeintlich illegalen Tabletten-Schachteln in die Jackentasche und bedeutet uns, weiter zu fahren. Wir lassen ihn zum Dank auf der Motorhaube unterschreiben und schenken ihm zwei Flaschen Bier. Nur wenige Meter weiter betrachten nicht nur die rumänischen Grenzkollegen neugierig unseren Sepp. Auch ein junger Mann im VfB-Trikot wartet an der Grenze und schaut zu, wie wir die Beamten bitten, sich neben der Landkarte zu verewigen. Was es mit dem Buzzer auf sich hat, wollen sie wissen und wünschen sich, dass wir hinter der Grenze für sie hupen. Wenig später bekommen wir eine Facebook-Nachricht: Der rumänische VfB-Fan wünscht uns viel Glück...

Wir melden uns beim Rallye-Veranstalter Borris von der Party ab, denn die Abfahrt der historischen Dampflock zum Treffpunkt in den Bergen haben wir dank der Medikamenten-Aktion längst verpasst. Doch glücklicherweise stehen auch zwei Teams aus Österreich noch an der Talstation und Borris organisiert uns allen eine Draisine - einen skurilen Schienen-Bus. Denn: „Was wäre eine Party ohne die TaChicks“, finden die Boozies. Genau. Deshalb sind wir mit ihnen und Borris nachts auch die letzten, die sich schlafen legen, als das riesige Lagerfeuer irgendwann abgebrannt ist. Wir genießen eine großartige Nacht in unseren wundervoll wärmenden Grüezi Bags (Danke nochmal dafür, Markus Wiesböck!) zwischen rauchender Dampflock und rauschendem Gebirgsbach.


EIn tolles Erlebnis: unsere Fahrt mit der historischen Dampflok der Wassertalbahn in Viseu de Sus!

 



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